Politische Delegation zu Gast am Evangelischen Schulzentrum Muldental

​Gespräch über Bildungsfinanzierung und die möglichen Auswirkungen geplanter Kürzungen

Am Montag, dem 24. August, war eine politische Delegation zu Gast am Evangelischen Schulzentrum Muldental. Im Mittelpunkt des Besuchs standen der kommende sächsische Doppelhaushalt, die darin geplanten bzw. diskutierten Kürzungen im Bildungsbereich und die Frage, welche Auswirkungen diese auf Schulen – insbesondere auf Schulen in freier Trägerschaft – haben könnten.

Die Delegation bestand aus Matthias Berger, Mitglied des Sächsischen Landtags und ehemaliger Oberbürgermeister von Grimma, Lars Wurzler, Mitglied des Ausschusses für Schule und Bildung im Sächsischen Landtag, sowie Dr. Angela Wohlfahrt, Referentin von Lars Wurzler, und Thomas Schumann, Büroleiter des Abgeordnetenbüros Berger.

Das Evangelische Schulzentrum war durch Wolfgang Kaminsky, Vorstandsvorsitzender des Trägervereins, Claudia Müller, Inklusionsbeauftragte und Förderpädagogin der Grundschule, sowie Christian Straß, Schulleiter der weiterführenden Schulen, vertreten.

„Gleichwertige Bedingungen für alle Kinder und Jugendlichen“

Ziel des Gesprächs war es, die Perspektive der Schulen vor Ort kennenzulernen. Matthias Berger formulierte als Anliegen des Austauschs: „Gleichwertige Bedingungen für alle Kinder und Jugendlichen an allen Schulen Sachsens.“

Für das Evangelische Schulzentrum ist dabei insbesondere die Finanzierung der Schulen in freier Trägerschaft von Bedeutung. Bereits heute erhalten freie Schulen für ihre Schüler*innen nicht dieselbe finanzielle Ausstattung wie Schulen in öffentlicher Trägerschaft. Aus Sicht des Trägervereins ist diese Situation schon jetzt eine Herausforderung.

Wolfgang Kaminsky machte deutlich, welche Folgen weitere Kürzungen haben könnten: „Das ginge an die Substanz. Dann müssten wir an der Qualität streichen.“ Auch eine Erhöhung der Schulgelder wäre in diesem Fall wahrscheinlich unumgänglich.

Denn das Evangelische Schulzentrum Muldental versteht seinen Auftrag nicht nur als Betrieb dreier Schulen, sondern als umfassenden Bildungsauftrag. „Wir haben einen Bildungsauftrag, den wir erbringen und erbringen sollen“, so Kaminsky im Gespräch.

Perspektiven aus der Praxis

Neben den finanziellen Rahmenbedingungen ging es auch um die konkreten Herausforderungen des Schulalltags und die Frage, wie politische Entscheidungen die Arbeit an Schulen beeinflussen. Besonders wichtig war dabei, die Perspektiven unterschiedlicher Bereiche des Schulzentrums einzubringen – von der Schulleitung über die Trägerseite bis hin zur Inklusions- und Förderpädagogik.

Der Besuch am Evangelischen Schulzentrum war Teil einer Rundreise der Delegation durch die Bildungslandschaft der Region Grimma. Zuvor waren die Oberschule Böhlen und das Gymnasium St. Augustin besucht worden.

Die Gespräche dienen zugleich der Vorbereitung eines für den Herbst geplanten Bildungs- und Gesprächsforums. Dort sollen verschiedene Akteur*innen aus dem Bildungsbereich zusammenkommen, um über die geplanten Veränderungen, deren mögliche Auswirkungen und politische Handlungsmöglichkeiten ins Gespräch zu kommen.

Für uns als Evangelisches Schulzentrum Muldental war der Besuch eine gute Gelegenheit, unsere Erfahrungen und Anliegen unmittelbar einzubringen und deutlich zu machen, was eine verlässliche Finanzierung für die Qualität von Bildung und die Gestaltung unseres Schulalltags bedeutet.